Ich gehöre in der heutigen Zeit zu den wenigen Glücklichen, deren berufliche Arbeit anderen Menschen Freude bringt, noch mehr Freude aber mir selbst.
Wie wir Menschen unsere Haustiere behandeln, zeigt oft deutlicher, was für Menschen wir sind, als das, was wir Menschen gegenüber vorgeben. Bei meiner Arbeit muss ich ein guter Beobachter sein, um mir ein Bild vom Hund und dessen Menschen zu machen.
Ein Beispiel aus meiner Praxis : Frau X ruft mich ganz aufgelöst auf meinem Handy an: "Ich besuche z.Zt. eine Hundeschule mit meinem Hund Alf, einem 3-jährigen Labrador - der Hund ist aggressiv gegenüber anderen Artgenossen"
Ich erkundige mich nach dem Trainingsablauf. Sie berichtet mir, dass auf dem Trainingsgelände enges Kreislaufen stattfindet und im Allgemeinen eine missmutige Stimmung auf dem Gelände herrscht. Sie berichtet mir weiter, dass ein Hundetrainer sie in einem lautstarken Ton anmacht und dem Hund ein Stachelhalsband verordnet hat.
Für mich ist es mal wieder frustrierend, da ich meine, jeder Hundetrainer sollte sich verantwortlich fühlen und dem Menschen die Regeln der Konditionierung behutsam beibringen.
Mein Tipp lautet: Da sich der Hund von Frau X aggressiv gegen andere Hunde gebärdet, kann sie dessen Akzeptanz (Duldung) erst nach einer stufenweise Distanzvermeidung erwarten. - nicht aber durch enges Kreislaufen, Stachelhalsband und einer missmutigen Stimmung auf dem Trainingsgelände. Also raus aus dem Stress zur eigenen Beruhigung von Frau X.